Das war der SnowX 2011

Pulverschnee, eine aalglatte Piste und Bikes, die schneestiebend durch gut ausgeleuchtete Kurven driften.
Diese Bilder hatte so mancher Freund des gepflegten Geländeradsports vor Augen, als er sich auf der SnowX Site registrierte, um das erste, im Four-Cross Modus ausgetragene Winter-Nachtrennen in Augustusburg/Sachsen zu bestreiten. Ein Rennen, das unter der Schirmherrschaft des DIMB e.V. Racing Teams ausgetragen wurde.

 

Bilder Grippewelle und zweifache Rennterminverschiebung hatten das ursprüngliche Starterfeld auf 25 Fahrer und Fahrerinnen buchstäblich zusammenschmelzen lassen. Windböen bis Stärke 8 wirbelten abgerissene Zweige durch die Luft und machten es den Veranstaltern unmöglich, beispielsweise ein Startbanner an der Seilbahn-Bergstation aufzustellen. Um eine ausreichende Anzahl Helfer und Streckenposten zu gewährleisten, ließ so mancher DIMB-Local sein Bike stehen und stand lieber selbst mit Warnweste und "Erste-Hilfe" Koffer am Streckenrand und verzichtete somit auf den eigenen Start.

 

Die noch vor wenigen Tagen 1a präparierte Snow-Rennstrecke wies teilweise nur noch die Konsistenz von Grießbrei auf, um einige Meter später mit tückischen Eisplatten aufzuwarten. Tosender Fönsturm hatte die 1250 m lange Abfahrtsstrecke in ein mudX Areal verwandelt und verlangte den Pedalieros alles ab. Der erste Start erfolgte 17:30 Uhr bei einbrechender Dunkelheit.


Bilder Das Lady-Rennen gab den Vorgeschmack. Hier wurde nicht gezickt sondern gerutscht, gestürzt und trotz abgerissener Rad-Beleuchtung mit ausgefahrenen Ellbogen ins Ziel gerast.
Nur ein Wimpernschlag trennte die Siegerin Ute aus Chemnitz vor Conny aus Dresden und der dann folgenden, im Muldental aufgewachsenen Cornelia "Conni", ebenfalls Chemnitz. Daß keine der Damen ohne Medaille nach Hause fuhr, war auch der Tatsache geschuldet, daß nur diese drei Amazonen den Mut hatten, die fiese Strecke in Angriff zu nehmen.


Noch brutaler wurde bei den Herren gefightet. Schon im ersten Lauf kam das schmerzliche "AUS" für 14 Fahrer. Darunter die beiden extra aus dem preußischen Bundesland Brandenburg angereisten Fahrer Martin Otto und Marcel Matthes. Verständlicherweise hatten die Beiden lange Gesichter im Ziel. Ohne Blumentopf und Champus, aber um eine Erfahrung reicher, ging es heimwärts in das flache Brandenburg. Kurzer Kommentar von Martin: „Außer Spesen nichts gewesen"!


Bilder Kaum ein Lauf, in dem sich nicht stürzende Rider fluchend aus dem knöcheltiefen Gemisch von Moder und Eis erhoben, um den vorbeiziehenden Rivalen wieder nachzujagen. Wie beim Bullriding kam es nur darauf an, im Sattel oder auf der Pedale zu bleiben, um den immer wieder tückisch ausbrechenden Stollenreifen Paroli zu bieten. Ein Finisher bemerkte treffend zum Thema Reifenwahl: "Nur vier 205er Reifen von einem Cross-Quad hätten hier einen echten Materialvorteil gebracht."


Bereits nach den ersten Ausscheidungsrennen wurde klar, die Spreu trennt sich vom Weizen in der Kurve. Durch eine geschickte Fahrtaktik schoben sich die Lokalmatadoren Cornelius Pachmann "Corni" und Marc Hartenbach über die Vorläufe und Viertel- und Halbfinals in das Finale.
Selbst ein kapitaler Crash hinter der Ziellinie, als Cornis „Orange" mit voller Wucht von der heranfliegenden Dominik „Nicolai DS" Bike Machine getroffen wurde, konnte seinen Durchmarsch ins Finale nicht verhindern.


Bilder Immer dicht auf den Fersen oder genauer gesagt Hinterreifen, folgten den „Einheimschen" Marc und Corni der SpeedfrEEks-Racing-Team Fahrer Marcel Geißler aus Stollberg und Falk Baron von Biker-Boarder Chemnitz.
Die letzte Auffahrt mit der fast 100jährigen Seilbahn brachte die vier Final-Bike-Gladiatoren zum Start. Die Anspannung war Ihnen deutlich anzusehen. Die Klamotten, triefnass von den vorhergehenden Abfahrten, spendeten keine Wärme mehr und ließen den Frost bis in jeden Körperwinkel kriechen. Doch es galt ein letztes Mal den Rivalen die Ideallinie durch die aufgewühlte Strecke abzunehmen. Corni bog als erster auf die lange Gerade zum Ziel ein. Nur zwei Meter hinter ihm lauerte Marcel auf seine Chance, der sichtlich bemüht war, Falk auf Abstand zu halten. Marc, der vierte im Bunde, riskierte an der Alaunbrücke noch einmal alles. Aber er hatte seinen Lenker zu breit gewählt. Nach einer Kollision mit einem unschuldigen Begrenzungspfahl musste er seine Ambitionen auf einen Treppchenplatz, im wahrsten Sinne des Wortes, in einem Haufen Matsch begraben. Fluchend rollte er, mit um 30 Grad versetzter Lenkerstange, ins Tal.


Bilder Dort ließ sich Corni als Sieger feiern und gratulierte den nur knapp geschlagenen SpeedfrEEks Racer Marcel und den Biker-Boarder Fahrer Falk zu den Plätzen zwei und drei.

 

Fazit:

„Nur die Harten kommen in den Garten" oder aufs Podium beim 1. SnowX Augustusburg.
Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren und allen fleißigen Helfern!

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisse:

 

1. Halbfinale Herren

 1.  108  Marcel Geißler  SpeedfrEEks Racing RSG Stollberg
 2.  111  Falk Baron
 Biker-Boarder Chemnitz
 3.  105  Sebastian Ziergiebel
 Bikeschroting
 4.  102  Johann Brunner
 Lowbiker Freerideteam Glauchau

2. Halbfinale Herren

 1.  132  Corni Pachmann
 WoodEx Chemnitz
 2.  130  Marc Hartenbach
 Greenhill Racing Grünberg
 3.  124  Christian Große
 Lowbiker Freerideteam Hohenstein-E.
 4.  120  Paul Schubert
 Greenhill Racing Grünberg

Finale Herren

 1.  132  Corni Pachmann
 WoodEx Chemnitz
 2.  108  Marcel Geißler  SpeedfrEEks Racing RSG Stollberg
 3.  111  Falk Baron  Biker-Boarder Chemnitz
 4.  130  Marc Hartenbach  Greenhill Racing Grünberg

Finale Damen

 1.  133  Ute Schwichtenberg
 DIMB Chemnitz
 2.  135  Conny Schaa
 DIMB Dresden
 3.  134  Cornelia Joachim
 DIMB Chemnitz